Quantenkonferenz CTD.QMAT26: Internationale Spitzenforschung zu Gast in Würzburg
Überblick
Über 300 Forschende aus 22 Ländern haben an der Konferenz CTD.QMAT26 in Würzburg teilgenommen. Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 diskutierten sie aktuelle Erkenntnisse zu topologischen und komplexen Quantenmaterialien. Die Schwerpunkte lagen auf ultradünnen zweidimensionalen Halbleitermaterialien für energiesparende Elektronik, neuen Messmethoden zum Verständnis ultraschneller elektronischer Schaltvorgänge und der Steuerung von Materialeigenschaften durch Licht. Die internationalen Fachvorträge präsentierten neueste Forschungsergebnisse und zeigten Perspektiven für künftige Quantentechnologien auf.
Mit CTD.QMAT26 – der „International Conference on Complexity, Topology and Dynamics in Quantum Matter“ – hat das Exzellenzcluster ctd.qmat der Universitäten Würzburg und Dresden seine dritte große internationale Konferenz ausgerichtet. Zum zweiten Mal wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem Sonderforschungsbereich 1170 „Topological and Correlated Electronics at Surfaces and Interfaces“ (ToCoTronics) der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg durchgeführt.
Am Puls der modernen Quantenphysik
Die 17 Sessions mit 64 Vorträgen sowie die Posterbeiträge rückten neuartige Quantenphänomene in den Mittelpunkt, die aus der Verknüpfung von Topologie, Komplexität und Dynamik entstehen. Das Spektrum reichte von topologischen Elektronenmaterialien, deren Oberflächen bzw. Ränder Strom verlustfrei leiten können, über Quantenspinsysteme, welche die magnetischen Eigenschaften von Elektronen für die Informationsverarbeitung nutzen, bis hin zur Photonik, zur Physik von Quantensystemen außerhalb des Gleichgewichts sowie zur gezielten Kontrolle von Materie durch Licht. Damit könnten neuartige Quantenzustände gezielt erzeugt und gesteuert werden - zum Beispiel lichtinduzierte Supraleitung.
Die Zukunft der Quantenforschung im Blick
„Alle 17 Sessions beleuchteten die Highlights der gegenwärtigen Quantenforschung“, resümiert Prof. Dr. Ralph Claessen, Würzburger Sprecher von ctd.qmat. „CTD.QMAT26 hat gezeigt, wie lebendig und international die Forschung zu komplexen und topologischen Quantenmaterialien ist. Unsere Konferenz im Congress Centrum Würzburg hat Forschende aus unterschiedlichen Fachgebieten wie der Physik der kondensierten Materie, der Photonik und den synthetischen Quantensystemen zusammengeführt, die sonst selten so direkt miteinander ins Gespräch kommen. Gerade diese Begegnungen schaffen neue Perspektiven und helfen uns, die nächsten großen Fragen der Quantenphysik gemeinsam anzugehen!“
Claessen hebt dabei besonders jene Kongressbeiträge hervor, die sich mit ultradünnen zweidimensionalen Halbleitermaterialien als Basis für eine energiesparende Elektronik befassten, mit neuen Messmethoden zum besseren Verständnis ultraschneller elektronischer Schaltvorgänge sowie mit der Steuerung und Erzeugung von Materialeigenschaften mithilfe von Licht, was beispielsweise das Phänomen der ungewöhnlichen Supraleitung ermöglicht. „Diese Beiträge zeigten, wie eng Grundlagenforschung und mögliche technologische Anwendungen bereits zusammenwachsen“, so Claessen.
Raum für den wissenschaftlichen Nachwuchs
Neben dem Fachprogramm umfasste CTD.QMAT26 gezielte Austauschformate für Nachwuchsforschende. Im Panel „Career Paths in Science“ wurden Erfahrungen und Perspektiven auf Karrieren in der Wissenschaft geteilt sowie die Herausforderungen und Chancen thematisiert, die sich aus verschiedenen akademischen Laufbahnen ergeben. Die im Panel angestoßenen Diskussionen wurden im Anschluss bei einem Netzwerk-Event speziell für Nachwuchsforschende in der Würzburger Neubaukirche (Alte Universität) fortgeführt.
Auf Forscherinnen aller Karrierestufen ausgerichtet war die Networking-Veranstaltung des Grete-Hermann-Netzwerks (GHN), das nach der deutschen Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und Pädagogin Grete Hermann (1901–1984) benannt ist und weltweit Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Physik der kondensierten Materie und verwandter Fachbereiche verbindet. Stipendien der Wittenstein Stiftung unterstützten zudem die Teilnahme junger Wissenschaftler:innen.
Mit 130 Posterbeiträgen stellten vor allem internationale Nachwuchswissenschaftler:innen neueste Forschungsergebnisse vor. „Die Postersessions haben brandneue wissenschaftliche Erkenntnisse aufgezeigt, die zum Teil noch nicht publiziert sind“, betont Claessen. Drei Nachwuchswissenschaftler:innen wurden mit einem Posterpreis ausgezeichnet: Romana Ganser und Salahudin Smailagić, beide von der JMU Würzburg, sowie Niklas Witt von der Universität Bielefeld.
Würzburg als Leuchtturm der Quantenmaterialforschung
Mit CTD.QMAT26 wurde einmal mehr die internationale Bedeutung Würzburgs für die Quantenmaterialforschung sichtbar. Würzburg gilt als ein internationaler Leuchtturm dieses Forschungsbereichs, nicht zuletzt durch das gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Dresden getragene Exzellenzcluster ctd.qmat – Complexity, Topology and Dynamics in Quantum Matter.
Die Konferenz CTD.QMAT26 wurde durch die Kongressinitiative Bayern und die Wittenstein Stiftung gefördert.
Daten & Fakten
10.10.2026
ctd.qmat
Das Exzellenzcluster ctd.qmat – Complexity, Topology and Dynamics in Quantum Matter (Komplexität, Topologie und Dynamik in Quantenmaterialien) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Technischen Universität Dresden erforscht und entwickelt neuartige Quantenmaterialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Etwa 300 Wissenschaftler*innen aus mehr als 30 Ländern entwerfen an der Schnittstelle von Physik, Chemie und Materialwissenschaften die Grundlagen für die Technologien der Zukunft. 2026 ist das Cluster in die 2. Förderperiode der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gestartet – mit erweitertem Fokus auf die Dynamik von Quantenprozessen.
Fotos
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Exzellenzcluster ctd.qmat
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